Famulatur in Pandemie-Zeiten: „Sturm auf die Praxis gab es nicht“

Medizinstudent Jeldrik von Ahsen verbrachte seine erste Famulatur in der Hausarztpraxis DRS. Haslbeck im oberbayerischen Kranzberg und konnte dort den Praxisbetrieb zu Krisenzeiten miterleben. Auch in Zeiten der Pandemie war man ruhig und besonnen, berichtet er. Seie Eindrücke könnt Ihr in seinem Erfahrungsbericht lesen. 

Medizinstudentin Lisa Kremser
Jeldrik von Ahsen(2. v.r.) in der Praxis

Motivation für Bewerbung Famulatur auf dem Land

Ich habe früher in dieser Gemeinde gewohnt und kannte daher die Praxis, weil Sie auch meine Hausarztpraxis war, wenn ich medizinische Probleme hatte. Da die Praxis mit der Technischen Universität München zudem als Lehrpraxis zusammenarbeitet, war für mich die Wahl naheliegend, da ich eben hier auch studiere.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Während meiner Famulatur durfte ich alles machen, was es zu tun gab. Von Blutentnahmen und Impfen über Verbands-wechsel bis hin zur Betreuung von Patienten und ärztlicher Gesprächsführung. Dabei war die Aufgabe nie überfordernd gestellt, sondern für meine Person und meine Fähigkeiten fördernd ausgelegt. Vorschläge zur Therapie oder Diagnostik von Patienten wurden stets wertschätzend aufgenommen. Zum Ende der Famulatur hin konnte ich eigenständig Patienten versorgen mit allem was dazu gehörte. Einer der Ärzte hat die Arbeit daraufhin kontrolliert, ggf. korrigiert und nötige Rezepte oder Überweisungen unterzeichnet. Das hat mir wohl am meisten gebracht für meine Ausbildung. Auch das ein oder andere Ultraschall durfte ich durchführen und hier verschiedene Krankheitsbilder erkennen lernen. Ebenso konnte ich an Hausbesuchen teilnehmen.

Fachlich gesehen hatte ich das Gefühl von unheimlich erfah-renen und Kompetenten Ärzten umgeben zu sein. Auf Fragen kamen stets umfassende Antworten. Ich konnte dadurch un-heimlich viel lernen.

Betreuung vor Ort

Zu Beginn der Famulatur waren alle drei Ärzte gleichzeitig in der Praxis. Jeden von ihnen konnte man immer Fragen und jeder bemühte sich eine gute Betreuung gewährleisten zu können. Auch die Arzthelferinnen standen einem immer mit Rat und Tat zur Seite. An guter Betreuung fehlte es nie.

Ab der 3. Woche der Famulatur wurde die Anwesenheit des Personals wegen der Covid-19-Pandemie zurückgefahren und es wechselte sich das Personal tageweise ab. Auch zu dieser Zeit war immer ein Ansprechpartner unmittelbar greifbar. Ich hatte nie das Gefühl irgendwo allein gelassen zu werden. Man gab mir stets die Sicherheit Rückfragen stellen zu können und bei einem Patienten nicht „aufgeschmissen“ zu sein.

Unterkunft

Ich wohnte während der Famulatur „ganz normal“ bei mir zu Hause.

Land und Leute

Die Kranzberger sind äußerst vernünftige Menschen, das wusste ich aus meiner Zeit als ich selbst Kranzberger war. Auch in Zeiten der Pandemie war man ruhig und besonnen. Einen „Sturm auf die Praxis“ gab es daher nicht. Auch kannte ich einige alte Nachbaren und Freunde. Das machte die Arbeit auch daher sehr schön, weil man so die Möglichkeit hatte wenigstens etwas eine „erlebte Anamnese“ zu führen. Das ist einem als Famulant normalerweise kaum möglich. Auch daher denke ich, konnte ich den Scharm der Landarztpraxis ganz anders – deutlich besser – wahrnehmen als anderswo.

Fazit

Es war meine erste Famulatur und ich bin absolut glücklich darüber diese Wahl getroffen zu haben. Man wurde sehr schnell aufgenommen in die Gemeinschaft. Ich fühlte mich als ein Kollege auf Augenhöhe und durfte wirkliche ärztliche Arbeit erleben. Arbeiten waren nie überfordernd und man stand mir immer für Fragen zu Verfügung. Ebenso konnten mir durch das breite Tätigkeitsfeld der Praxis viele verschiedene Krankheitsbilder in unterschiedlichen Stadien gezeigt werden.

Mit der Famulatur war ich derart glücklich, dass ich sie noch um eine weitere Woche verlängerte. Ich kann jedem Studenten die Praxis Dr. Haslbeck nur wärmstens ans Herz legen. Ich kann mir eine Famulatur nicht besser vorstellen.

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