PJ-Tertial in der Allgemeinmedizin: „Tu es und am besten auf dem Land“

Weil sie sich im Medizinstudium nicht so recht für eine Fachrichtung entscheiden konnte, wollte Medizinstudentin Elena Haag im Praktischen Jahr „länger in die Allgemeinmedizin reinschnuppern, da hier jede Fachrichtung zusammenläuft und ich insbesondere die längere Betreuung sowie den direkten Kontakt mit den Patienten sehr gerne mag“. Am Ende war ihr PJ-Tertial in der Hausarztpraxis der Drs. Simon Sitter und Wolfgang Kelm in Feuchtwangen ein voller Erfolg – trotz Corona-bedingter Einschränkungen.

PJ-Studentin Dayana Walter
Elena Haag

Weil sie sich im Medizinstudium nicht so recht für eine Fachrichtung entscheiden konnte, wollte Medizinstudentin Elena Haag im Praktischen Jahr „länger in die Allgemeinmedizin reinschnuppern, da hier jede Fachrichtung zusammenläuft und ich insbesondere die längere Betreuung sowie den direkten Kontakt mit den Patienten sehr gerne mag“, wie sie schreibt. Am Ende war ihr PJ-Tertial in der Hausarztpraxis der Drs. Simon Sitter und Wolfgang Kelm in Feuchtwangen ein voller Erfolg – trotz Corona-bedingter Einschränkungen. Hier ihr Bericht:

1. Motivation für Bewerbung PJ-Tertial Allgemeinmedizin auf dem Land

Im Laufe des Studiums habe ich immer mehr gemerkt, dass ich mich nicht so recht für eine Fachrichtung entscheiden kann. Daher wollte ich unbedingt einmal länger in die Allgemeinmedizin reinschnuppern, da hier jede Fachrichtung zusammenläuft und ich insbesondere die längere Betreuung sowie den direkten Kontakt mit den Patienten sehr gerne mag. Nachdem ich meine Allgemeinmedizin-Famulatur in München verbracht hatte, war für mich klar, dass ich für das PJ aufs Land möchte. Hier ist nicht jeder Facharzt direkt ums Eck und es wird noch sehr viel direkt in der Praxis versorgt.

2. Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

In der Praxis werden vom Säugling bis zum Palliativpatienten alle versorgt, wodurch sich ein sehr breites Spektrum ergibt – von Psychosomatik bis Ileus und Notfallplanungen für Palliativpatienten ist alles dabei. Neben der Akutsprechstunde und den Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen werden in der Praxis auch DMPs für die Chroniker durchgeführt und Patienten aus zwei Altersheimen mitbetreut. Die Praxis ist mit zwei Sonos, einer Spirometrie und (Belastungs-)EKG ganz gut ausgestattet.

Die Praxis besteht aus drei Ärzten: Dr. Sitter, Dr. Kelm und Frau Sitter. Hierdurch wird vieles abgedeckt: Dr. Sitter ist sehr präventiv ausgerichtet und nebenbei Notarzt und Palliativmediziner. Dr. Kelm hat die Praxis vor etwa 40 Jahren gegründet und greift bei jeder Gelegenheit zum Sono: Hierdurch sieht man neben den hausärztlich üblichen Sonos von Abdomen und Schilddrüse auch Herz, Knochen oder Muskeln. Beide Fachärzte wenden gerne Manuelle Therapie an und in der Praxis wird auch Akupunktur angeboten. Frau Sitter ist noch in der Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin.

Die meiste Zeit verbringt man in der Sprechstunde, selten muss man mal im Labor bei den Blutabnahmen oder einem EKG aushelfen. Ich durfte selbstständig Gesundheits-vorsorgeuntersuchungen und Impfungen durchführen oder schon mal Akutpatienten anamnestizieren und voruntersuchen.

3. Betreuung vor Ort

Alle drei Ärzte waren stets freundlich und immer zu Erklärungen bereit. Da jeder der Ärzte seine eigene Art hat, mit den Patienten umzugehen, konnte ich mir von jedem Unterschiedliches abschauen.

Unterricht fand neben den Sprechstunden mittels dem Vorbereiten und dann gemeinsamen Besprechen von Leitlinien statt.

4. Unterkunft

Als PJ erhält man für die Zeit neben einem E-Bike eine kostenlose Unterkunft (in Kooperation mit der Stadt Feuchtwangen) gestellt, wobei alle Unterkünfte stets in Fuß- bzw. Radnähe zur Praxis liegen.

5. Land und Leute

Die Patienten habe sich alle gefreut, dass sozusagen der Nachwuchs in die Praxis reinschnuppert und waren meist sehr aufgeschlossen mir gegenüber.

Die Stadt Feuchtwangen ist mit 12.000 Einwohnern eher klein, aber bietet neben mehreren Restaurants und einen sehr schönen Altstadt auch einige Veranstaltungen wie die Kreuzgangspiele an. Die Umgebung ist ebenso empfehlenswert – Feuchtwangen liegt an der Romantischen Straße und das nahe gelegene Dinkelsbühl gilt als die „schönste Altstadt Deutschlands“.

6. Fazit

Trotz COVID-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen war mein PJ-Tertial in Feuchtwangen ein voller Erfolg – ich kann nur jedem raten, der sich überlegt ein Tertial in der Allgemeinmedizin zu machen: Tu es und am besten auf dem Land. Dort ist die Spanne der zu betreuenden Patienten und Erkrankungsbilder am größten und was möglich ist, wird selbst in der Praxis versorgt und nicht direkt in ein Kranken-haus eingewiesen.

 

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