LAGI-Symposium: Lehrstuhl für Impfmedizin in Bayern gefordert
Der Bayerische Hausärzteverband war mit zwei Impfexperten vertreten: Dr. Markus Frühwein, stellvertretender Bezirksvorsitzender München und Vorstandsmitglied sowohl der der Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen als auch der Plattform Forum Impfen e.V., und Professor Dr. Jörg Schelling, Beauftragter für Forschung und Lehre im Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes, der sich auch als wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin und in der Bayerischen Impfkommission engagiert.
Nachdem die ersten Vorträge, sich vor allem mit allgemeinen Empfehlungen, den Impfstoffprogrammen unseres Nachbarlandes Österreich und den Perspektiven für die STIKO-Entscheidungen der nächsten Monate beschäftigten, wurde im zweiten Teil über die praktische Umsetzung in der Versorgung gesprochen. Dr. Markus Frühwein machte den Anfang mit einem umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze in der Reisemedizin, insbesondere in Bezug auf Dengue-Fieber, aber auch andere durch Vektoren übertragene Tropenkrankheiten, die Hausärztinnen und Hausärzte in der täglichen Arbeit mehr und mehr beschäftigen werden.
In seinem Abschlussvortrag gelang es Prof. Dr. Jörg Schelling, die zu Zuhörenden noch einmal aufzurütteln, indem er neben den kompletten Empfehlungen für über 60-jährige (inklusive RSv) auch kritische Themen in der Versorgung ansprach. So monierte er beispielsweise das Fehlen eines einheitlichen Impfregisters und einer strukturierten und vom Gesetzgeber und den Krankenkassen geförderten Impfsoftware. Und er machte deutlich, dass aus seiner Sicht Bayern einen Lehrstuhl für Impfmedizin braucht: „Eine W3-Professur für praktische Impfmedizin wäre neu und einzigartig in Deutschland und könnte als ein Leuchtturm für dieses zentrale hausärztliche Thema und als Beschleuniger für sektorenübergreifende Forschung und Lehre dienen.“