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“Die Politik hat erkannt, dass man uns Hausärztinnen und Hausärzten nicht laufend Steine in den Weg werfen darf”

verfasst am 20. Februar 2025
In seinem Kommentar zum Abschluss der Interviewreihe mit bayerischen Gesundheitspolitikerinnen und –politikern unterschiedlicher demokratischer Parteien zieht der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes Dr. Wolfgang Ritter ein positives Fazit.

Im Vorfeld der Bundestagswahl hat der Bayerische Hausärzteverband bayerischen Gesundheitspolitikerinnen und -politikern unterschiedlicher demokratischer Parteien drei Fragen zu Kernthemen der hausärztlichen Versorgung gestellt. „Die Antworten zeigen, dass die Politik über die Parteigrenzen hinweg unsere hausärztlichen Praxen als wesentliches Element der ambulanten Versorgung in Stadt und Land ansieht. Die Politik hat auch erkannt, dass man uns Hausärztinnen und Hausärzten nicht laufend Steine in den Weg werfen darf – wie mehr Bürokratie und nicht funktionierende digitale Anwendungen –, sondern unsere hausärztlichen Praxen stärker unterstützen muss”, so der BHÄV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Ritter.

„Als starker Berufsverband ist es wichtig, mit der Politik im permanenten Austausch zu sein und nicht nur Kritik zu üben, sondern auch Lösungen anzubieten “, erklärt Dr. Wolfgang Ritter. Mit den Hausarztverträgen, der Forderung nach einem freiwilligen Primärarztsystem sowie dem HÄPPI-Konzept und der Teampraxis hätten die bayerischen Hausärztinnen und Hausärzte eine klare und fundierte Strategie, die Versorgung auch in Zukunft nachhaltig sicherzustellen. “Auch das ist in der Politik angekommen“, sagt Dr. Ritter und fordert die Politik auf, schnellstmöglich nach der Bundestagswahl zu handeln. "Mit Blick auf die stark angestiegenen Beiträge zur Krankenversicherung bei gleichzeitiger Terminknappheit, vor allem im fachärztlichen Bereich, braucht es eine Systemänderung. Patientinnen und Patienten, die sich freiwillig im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt steuern lassen, müssen für dieses solidarische Verhalten belohnt werden. Richtig wäre, wenn das Bekenntnis der Politik zur Wichtigkeit der ambulanten, wohnortnahen hausärztlichen Versorgung zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen der versorgenden hausärztlichen Praxen führt. Wir brauchen ein klares Zeichen an den medizinischen Nachwuchs, um zu verhindern, dass immer mehr Hausarztpraxen unbesetzt bleiben.“