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“Ein deutlicher Weckruf an die Politik“

verfasst am 13. März 2025
Die Petition zur Stärkung der hausärztlichen Praxen ist ein Riesenerfolg. In einer Stellungnahme dankt Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes allen, die die Petition unterstützt haben.

„Die Petition zur Stärkung der hausärztlichen Praxen ist mit 637.000 Unterschriften die erfolgreichste Eingabe an den Deutschen Bundestag der vergangenen Jahre. Dieses deutliche Signal an die Politik hat damit alle unsere Erwartungen übertroffen. Im Namen der Hausärztinnen und Hausärzte in Bayern möchte ich insbesondere unseren Praxisteams danken, die diese Petition mit großem Engagement unterstützt haben“, so Dr. Wolfgang Ritter, Landesvorsitzender Bayerischer Hausärzteverband.

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV) hatte als Bundesverband in Kooperation mit dem Verband medizinischer Fachberufe und mit Unterstützung der Landesverbände des HÄV die Petition gestartet, die innerhalb von nur sechs Wochen von fast 650.000 Patientinnen und Patienten gezeichnet wurde. Damit wurde das Quorum von 30.000 Unterschriften um das Zwanzigfache überschritten.

„Diese breite Unterstützung ist ein deutlicher Weckruf an die Politik, die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung endlich mit Priorität anzupacken . Dazu gehören die Stärkung der erfolgreichen Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) mit einem Bonussystem für Versicherte und die Förderung der Praxisteams“, sagt Dr. Ritter und warnt gleichzeitig davor, Begrifflichkeiten im Verlauf der politischen Debatte zu verwässern. „Die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem muss zwingend in der Autonomie der Hausärztinnen und Hausärzte im Rahmen des § 73b SGB V bleiben. Wir Hausärztinnen und Hausärzte sind für unsere Patientinnen und Patienten, die wir oft über Jahre oder Jahrzehnte versorgen, der erste Ansprechpartner. Nur wir haben immer den ganzen Menschen im Blick.“

Erwartungen an die Politik

Mit der Teampraxis beziehungsweise dem HÄPPI-Konzept hätten die Hausärztinnen und Hausärzte auch eine nachhaltige Strategie, um die flächendeckende Versorgung in Stadt und Land in Zukunft sicherzustellen: „Wir haben insbesondere in Corona-Pandemie bewiesen, wie entscheidend hausärztliche Praxen für die medizinische Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger sind. Wir erwarten von der Politik, bei allen Fragen, die die ambulante Versorgung betreffen, künftig gehört zu werden. Fast 650.000 Unterschriften innerhalb von sechs Wochen machen deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger hinter unseren hausärztlichen Praxen stehen.“

Was die Petition fordert 

Die Petition „Rettung der hausärztlichen Versorgung in Deutschland“ beinhaltet drei Kernforderungen.

  • Erstens: Den besseren und strukturierten Zugang zur Versorgung durch bessere Steuerung und Qualität, dafür muss die Hausarztzentrierte Versorgung als freiwilliges Primärarztsystem gestärkt und weiterentwickelt werden.
  • Zweitens: Eine stabile wohnortnahe hausärztliche Versorgung auch in Zukunft, dafür müssen alle hausärztlichen Leistungen vollständig vergütet werden.
  • Und drittens: Die Anerkennung und Stärkung der unverzichtbaren Arbeit des gesamten Praxisteams, Praxisinhabende müssen dies umsetzen können.

Durch das Erreichen des Quorums wird sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages mit den Inhalten der Petition im Rahmen einer öffentlichen Anhörung beschäftigen müssen. Ein Termin steht jedoch noch nicht fest.

Weitere Informationen finden Sie hier: