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Erfolgreiche PJ-Förderung: Franziska Büttner ist jetzt Hausärztin auf dem Land

verfasst am 17. Oktober 2024
Für Franziska Büttner hat die PJ-Förderung eine entscheidende Lebensweiche gestellt: Nach ihrem PJ-Tertial bei den Drs. Löw in Treuchtlingen ist sie dorthin zurückgekehrt, um zu bleiben.

Für Franziska Büttner hat die PJ-Förderung eine entscheidende Lebensweiche gestellt: Nach ihrem PJ-Tertial bei den Drs. Löw in Treuchtlingen ist sie dorthin zurückgekehrt, um zu bleiben.

„Ohne die Förderung von der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband hätte ich 2017 mein PJ-Tertial in Treuchtlingen wahrscheinlich nicht gemacht“, berichtet Franziska Büttner. Die 38jährige ist mittlerweile in der mittelfränkischen Stadt sogar sesshaft geworden und arbeitet als festangestellte Fachärztin für Allgemeinmedizin in der hausärztlichen internistischen Gemeinschaftspraxis Doktores Löw.

„Ich habe an der FAU in Erlangen studiert und habe dort mit meinem damaligen Partner zusammengelebt. Ich hatte zwar den Wunsch, praktische Erfahrungen in einer Hausarztpraxis auf dem Land zu sammeln, aber das ist natürlich mit doppelten Kosten verbunden. Insofern war das Stipendium eine wichtige Entscheidungshilfe.“

Auf Umwegen zum Ziel

Hausärztin zu werden, war zwar ein Kindheitswunsch, aber Franziska Büttner musste einige Umwege in Kauf nehmen. Nach dem Abitur bekam die junge Frau zunächst keinen Medizinstudienplatz, machte zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete anschließend in diesem Beruf, um die sechs Jahre Wartezeit zu überbrücken. „Während des Studiums konnte ich mich dann für viele Fachgebiete begeistern. Ich hätte mir auch vorstellen können, Herzchirurgin oder Onkologin zu werden, aber am Ende entschied ich mich für die Allgemeinmedizin, weil dieses Fach durch seine Breite an Themen spannend ist. Das erlebe ich jetzt auch in der täglichen Praxis. Jeder Tag ist anders. Und die Patientinnen und Patienten über einen langen Zeitraum zu versorgen, ist sehr erfüllend“, erklärt die junge Frau.

Keine Lust "verheizt" zu werden

In einer Klinik, so Franziska Büttner, hätte sie nicht dauerhaft arbeiten wollen. „Ich habe von Freunden erlebt, wie man dort wegen Personalknappheit sowie Nacht- und Wochenenddiensten verheizt wird. Die Hälfte von denen ist nicht mehr ärztlich tätig.“

Nach Mittelfranken aufs Land kam Franziska Büttner, die bei Leipzig geboren wurde, über die Medizinische Ferienakademie Altmühlfranken. „Ich gehörte damals zu den ersten Teilnehmern, die neben der Uni praktische Erfahrungen in dieser Region sammeln konnten. Dabei habe ich auch das Ehepaar Drs. Ingrid und Peter Löw kennengelernt.“

Wie’s zum Kurswechsel kam

Dieser freundschaftliche Kontakt war dann auch maßgeblich für die Entscheidung, das PJ-Tertial Allgemeinmedizin im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu absolvieren. „Für die Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin bin ich dann wieder nach Treuchtlingen gegangen, nachdem ich den Klinikanteil hinter mir hatte. Mittlerweile bin ich in der Region heimisch geworden“, so Franziska Büttner.

Was junge Ärztinnen und Ärzte aufs Land zieht

Was notwendig ist, damit mehr junge Ärztinnen und Ärzte aufs Land gehen? „Studierende brauchen eine niederschwellige Möglichkeit, auf dem Land oder in einer Kleinstadt Praxisluft zu schnuppern. Initiativen, wie die Ferienakademie, die mittlerweile Nachahmer in anderen Regionen gefunden hat, sowie die Förderungen von Famulaturen und PJs, wie sie die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband anbietet, sind dabei der richtige Weg“, sagt Franziska Büttner und lässt den Worten auch Taten folgen. „Als Absolventin der ersten Stunde engagiere ich mich in der Ferienakademie, um den heutigen Studierenden zu zeigen, wie schön es bei uns auf dem Land ist.“  

Stiftung Bayerischer Hausärzteverband unterstützen

In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband verschiedene Projekte aufgelegt, um Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Schon durch eine kleine Spende können Sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses unterstützen.