„Trotz Schwierigkeiten mit dem Dialekt habe ich die Leute dort liebgewonnen“
Durch eine Empfehlung ist die Medizinstudentin Leah Verstege auf die Gemeinschaftspraxis Denzinger-Leistner-Quandt in Weiherhammer aufmerksam geworden und nutzte die Förderung der Stiftung Bayerischer Hausärzteverband, um ihr Blockpraktikum in der auf dem Land zu absolvieren. „Da ich selbst aus der Großstadt komme, war das Praktikum für mich ein sehr interessanter Einblick in die ländliche Region“, sagt sie rückblickend.
Warum ich in die Landarztpraxis wollte
Im Medizinstudium liegt der Fokus häufig auf der städtischen Versorgung, wodurch Eindrücke aus ländlichen Regionen oft zu kurz kommen. Ich wollte diese Lücke schließen und erfahren, wie die medizinische Versorgung auf dem Land tatsächlich abläuft.
Ich bin durch eine Empfehlung auf die Gemeinschaftspraxis in Weiherhammer aufmerksam geworden und habe Kontakt aufgenommen. Dr. Quandt klang sehr ambitioniert und war entgegenkommend bei der Einteilung der Arbeitszeiten, was für mich wichtig war, da ich ein drei Monate altes Kind habe und noch stille. Da die Praxis sehr weit von Erlangen entfernt ist, haben wir uns für den Großteil der Zeit eine Ferienwohnung gemietet und das Ganze mit einem Familienaufenthalt verbunden. Kommilitonen haben mir geraten, mich für eine Unterstützung bei den Anfahrt- und Wohnungskosten an die Stiftung Bayerischer Hausärzte Verband zu wenden.
Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke
Die Praxis ist gut ausgestattet und modern eingerichtet, die fünf Ärzte und Ärztinnen versorgen zusammen sehr viele Patienten vor Ort und zu Hause, zwei Pflegeheime und ein Hospiz. Ich konnte flexibel bei den verschiedenen Ärztinnen und Ärzten die Sprechstunden begleiten, Blut abnehmen, impfen, Zugänge legen, EKGs schreiben, sonographieren und kleinere Wunden versorgen. In der zweiten Woche habe ich zum Teil auch eigenständig Anamnese und Untersuchung bei Patienteninnen und Patienten durchgeführt und danach mit meinem Lehrarzt Rücksprache gehalten.
Betreuung vor Ort
Die Betreuung war insgesamt sehr gut. Aus zeitlichen Gründen ist die Lehre im stressigen Praxisalltag manchmal etwas auf der Strecke geblieben, aber die Ärzte haben stets bemüht auf meine Nachfragen geantwortet und mich ermutigt, selber aktiv zu werden und meine praktischen Fähigkeiten auszubauen.
Unterkunft
Wir hatten eine schöne Ferienwohnung für drei Personen in Wiesendorf, zehn Minuten mit dem Auto von der Praxis entfernt, sodass mein Partner dort vormittags bei unserer Tochter bleiben konnte.
Land und Leute
Da ich selbst aus der Großstadt komme, war das Praktikum für mich ein sehr interessanter Einblick in die ländliche Region. Vor allem bei den Hausbesuchen konnte man sich einen guten Eindruck von den Arbeits- und Lebensbedingungen der Leute machen und auch das Spektrum der Krankheiten hat sich z.T. leicht unterschieden (z.B. häufige Mykosen und Zoonosen bei Landwirtinnen und Landwirten). Die Oberpfalz ist auch im Winter eine sehr schöne und vielseitige Region und trotz teilweise sprachlicher Schwierigkeiten mit dem Dialekt habe ich die Leute dort liebgewonnen.
Mein Fazit
Es war ein gelungenes Praktikum mit fachlich kompetenter und netter Betreuung, bei dem ich meine medizinisch-praktischen Fähigkeiten ausbauen und einen guten Einblick in das Arbeiten in einer Hausarztpraxis gewinnen konnte. Besonders der sehr familiär wirkende Kontakt zwischen Ärzten und Patienten hat mir gut gefallen.
Stiftung Bayerischer Hausärzteverband unterstützen
In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung Bayerischer Hausärzteverband verschiedene Projekte aufgelegt, um Medizinstudierende und junge Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Schon durch eine kleine Spende können Sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses unterstützen.